• Kantonal-Schwyzer Turnverband KSTV
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Geschichte und Meilensteine

Die Geburtswehen

Das Turnen im "Stauffacherlande", eben im Kanton Schwyz, musste im Prinzip hart erdauert werden. Erst am 28. Mai 1874 wurde in der "Einsiedler – Waldstatt", auf Anregung des Münchners Robert Asmut, der erste schwyzerische ETV - Turnverein gegründet. Aus dem damit gezündeten Funken entfachte sich rasch ein Feuer, wurden doch in Arth 1875, in Lachen 1876, in Brunnen 1886 bezw. 1892 und in Schwyz 1893 sogenannte "Vereinigungen zur Pflege und Förderung des Turngedankens" gegründet.

Die Saat begann also zu spriessen! Im Jahre 1902 folgten trotz vieler Widerstände Küssnacht und ein Jahr später Siebnen als zweite Märchlervereinigung.

Die "Waldstatt Einsiedeln" blieb auch nicht untätig, trat sie doch bereits 1878 dem im Jahre 1832 gegründeten Eidgenössischen Turnverein bei. Die durch diesen Beitritt gewonnenen Erkenntnisse mögen dann wohl zur Gründung des Schwyzer Kantonalturnverbandes wegleitend gewesen sein.

Eigener Kantonalturnverband

In der Versammlung vom 31. Dezember 1915 nämlich, beschloss der Turnverein Einsiedeln, auf Antrag von Oberturner Hermann Fuchs, nach langer und vehement geführter Diskussion, die bereits bestehenden Vereine im Kanton, zusammen mit dem Lehrerturnverein einzuladen, zwecks Gründung eines Kantonalturnverbandes.

Am 9. April 1916, um 14.00 Uhr, war es dann endlich soweit. Die Gründungsversammlung wurde anlässlich des Instruktionskurses für den damaligen Vorunterricht im Vereinslokal "Biergarten" durchgeführt. Vereinspräsident Franz Schönbächler eröffnete die Versammlung mit markigen Worten und strich die Wichtigkeit eines möglichen Zusammenschlusses der Schwyzerischen Turnvereine emotionsgeladen hervor. "Die Gründung eines Kantonalturnverbandes wäre eigentlich schon längst fällig und wohl auch ein echtes Bedürfnis". Nach eifrigen und sehr regen Diskussionen mit PRO und KONTRA stimmte dann tatsächlich das geladene Gremium der 26 anwesenden Mitglieder der Gründung eines Schwyzerischen Kantonalturnverbandes zu.

Sechs Anwesende wurden darauf in den provisorischen Verbandsvorstand gewählt. Getragen vom Feuer ehrlicher Begeisterung gingen diese Mannen an die nicht gerade leichte Arbeit.
Und schon nach drei Vorstandssitzungen konnte am 21. Januar 1917, einem Sonntag, zur 1. Ordentlichen Generalversammlung, im Hotel "Post" in Biberbrugg, eingeladen werden. Die 21 erschienenen Turnkameraden genehmigten u.a. den vom Präsidenten Fuchs erarbeiteten Statutenentwurf einstimmig.

Die Kriegswirren hemmten aber die Arbeit des noch jungen Verbandes in jeder Beziehung. Trotzdem stiessen wenige Tage vor Weihnachten, im gleichen Jahr, die Vereine Schwyz und Wollerau - Bäch zum Gründerquintett. Drei Jahre später folgten zusammen mit dem TV Arth die beiden 1919 gegründeten Turnvereine Schindellegi und Pfäffikon - Freienbach. Mit Goldau 1921 und Reichenburg 1922, war dann das erste Dutzend Verbandssektionen endlich geschafft. Zwei weitere Sektionen, Gersau 1927 und Wangen 1928, beide erst vor kurzem gegründet, wurden mit Freude aufgenommen. 1934 wagte sich auch das Bergdorf Unteriberg zu diesem Schritt, aber leider nicht für lange.
Obschon der 2. Weltkrieg tobte, schaffte 1943 auch der Turnverein Seewen die Aufnahme in den Verband. Dank dem Siebner Walter Kürzi, dem unermüdlichen Förderer der Turnsache, packten auch die Vereine Schübelbach - Buttikon 1946 und Tuggen 1949 die Chance künftig im Verband präsent zu sein. 1953 stiess auch der Männerturnverein Ibach dazu, quasi als Nachfolgerverein des bereits 1927 "dazugehörigen" Turnvereins Ibach, welcher aber nur wenige Jahre im Verbande weilte.

Der 1954 gegründete Turnverein Unteriberg wagte dann erneut den Schritt in den Verband, zusammen mit dem Verein Vorderthal. Und nur fünf Jahre später, folgte noch die Sektion Galgenen. Kurz war dann aber wiederum das Gastspiel des 1963 gegründeten Männerturnvereins Bäch.

Die damals über 20 Sektionen gelten heute ausnahmslos als hervorragende Vereine, alle sind sehr aktiv, und trotz vielen durchgemachten Stürmen, behaupten sie sich als hervorragende Vereine nicht nur auf Kantonaler, sondern auch auf Eidgenössischer Ebene mit Bravour.

Beitritt zum ZTV

Noch in seinem Gründungsjahr 1916 trat der Kantonalturnverband auch dem damaligen Zentralschweizerischen Turnverbande (ZTV) bei.
Eine direkte Mitgliedschaft beim Eidgenössischen Turnverein (ETV) wurde in all den folgenden Jahren permanent angestrebt, aber beim ZTV wie auch bei den benachbarten Kantonalverbänden Zug und Uri, zeigte man absolut kein Verständnis, nur taube Ohren und Achselzucken während vieler Jahre waren die Antworten nach ständigen weiteren Versuchen.

Mitglied im ETV

Im Jahre 1973 war es dann aber doch soweit, die langwierigen Bemühungen mit zahlreichen Besprechungen zeigten endlich den angestrebten Erfolg, jetzt waren auch die Schwyzer zusammen mit den Zugern und Urnern Mitglied des Eidgenössischen Turnvereins. Damit wurde der Zentralschweizerische Turnverband in einen sogenannten Freundschaftsverband umgewandelt mit nicht mehr "allzu wichtigen" Aufgaben. Letzterer existiert heute nicht mehr, eine Existenzberechtigung als eigenständiger Verband zwischen Kanton und Eidgenoss ist heute eigentlich, aus vielerlei Gründen, nicht mehr zeitgemäss und auch nicht notwendig.

Gesellige Verbandsturnfahrten

In den Anfangsjahren, nach der Gründung, wurden bereits verschiedene Kantonalturnfahrten durchgeführt. Bis in die 60-er Jahre hinein, standen diese Turnfahrten mehr oder weniger fest im Programm. Dann herrschte plötzlich Funkstille bis zum Jubiläumsjahr 1991, wo mit einer fantastischen Kantonalturnfahrt auf die Rigi - Scheidegg, die 75 verflossenen Verbandsjahre staatsmännisch und würdig gefeiert wurden.

Das Banner als Visitenkarte

Dass ein Kantonaler Verband als Selbstverständlichkeit auch ein schmuckes Banner haben muss, dieses bisherige Fehlen wurde anlässlich der Vorstandssitzung von Ende März 1950 aufgegriffen. Und bereits ein gutes Jahr später, am 17. Juni 1951, konnte das schlicht gehaltene, rot / weisse Banner, in der Jugendkirche Einsiedeln feierlich geweiht und auch seiner Bestimmung übergeben werden. Es waren vor allem die Ehrenmitglieder und Männerturner, welche die Anschaffung der Fahne in finanzieller Hinsicht überhaupt erst ermöglichten.

Doch schon 29 Jahre später, machte der damalige Wollerauer Verbandspräsident Josef Späni die Anregung, zu den Feierlichkeiten - 1982, 150 Jahre ETV - ein neues Banner anzuschaffen. Diese Idee eines neuen Banners zündete sofort wieder, das Feuer war einmal mehr entfacht. Sofort machte sich eine Gruppe an die Arbeit in Sachen Ausgestaltung. Ein möglicher neuer Name auf dem Banner stand aber nicht zur Diskussion.

Am 22. August 1982 war dann wiederum die Waldstatt Einsiedeln für diese erneute Fahnenweihe mit Gottesdienst, nebst einem turnerischen Rahmenprogramm, verantwortlich.
Nach der Enthüllung des Banners zeigte sich aber doch da und dort ungläubiges Staunen, leichte Enttäuschung und Unverständnis, war doch die Fahne eine glatte Kopie der alten......

Steigende Mitgliederzahlen

Die 22 Verbandssektionen entwickelten sich seit dem Beitritt betreffs Mitglieder sehr erfreulich. Zeigte das allererste Etat im Jahre 1917 noch 66 Aktivmitglieder und zusammen mit den Mitturnern, Frei-, Ehren- und Passivmitgliedern schon 355 Mannen, waren es 50 Jahre später, anlässlich der Feier 1966 - 50 Jahre SKTV - bereits 596 Aktive und gesamthaft schon 2482 Turnkameraden. Wiederum 25 Jahre später, im Jubeljahr 1991, wies das Etat einen Bestand von 858 Aktivturnern und total 3246 Mitglieder aus.

Die Kantonalturnfeste

Das erste Kantonalturnfest fand Ende Mai 1920 in Wollerau statt. Bei äusserst schlechten Witterungsbedingungen ging dieses erste Turnfest trotz allem absolut problemlos und organisatorisch tadellos über die Bühne, verbunden gleichzeitig mit der Fahnenweihe der Wollerauer Turnschaft. Bis heute wurden 16 Kantonalturnfeste mit je vier bis sieben Jahre "Wartezeit dazwischen" durchgeführt, von einem bis drei Tagen Dauer. Angeboten wurde jeweils die gesamte Palette der Disziplinen. Ebenfalls waren auch immer Gastsektionen zugelassen. Und ebenfalls als Selbstverständlichkeit, die entsprechenden Schlussvorführungen gehörten einfach dazu.

Eigene Meisterschaften

Die Idee von eigenen jährlichen Kantonalen Meisterschaften, ähnlich der Schweizerischen Sektionsmeisterschaften, geisterte ebenfalls immer wieder in den Köpfen der Verbandsstrategen umher. Und erstmals konnte der TV Siebnen am 24. Mai 1980 solche Meisterschaften durchführen, mit der Teilnahme von lediglich 12 Verbandssektionen. Heute sind diese in neu umgewandelte Vereinsmeisterschaften, im Programm des Verbandes nicht mehr weg zu denken. Mit wenigen Ausnahmen sind jeweils alle Vereine und Riegen aktiv mit dabei.

Der Schwyzer Turner

Auch eine Hauszeitung muss doch dazu gehören. An der Vorstandssitzung vom 6. Februar 1958, im Schindellegler "Kreuz", verlieh das damalige Einsiedler Ehrenmitglied Dominik Ochsner derart überzeugend und voller Emotionen seinen Vorstellungen einer eigenen Verbandszeitung so viel Kraft, dass der gesamte Vorstand sofort "Feuer" fing. Zusammen mit Herbert Weber und Viktor Inglin wurden sofort die entsprechenden Arbeiten in Bezug auf Gestaltung und Herausgabe in Angriff genommen, der "Schwyzer Turner" war damit im Prinzip geboren. Das Organ sollte als Brückenschlag zwischen Vorstand und den Sektionen dienen, aber auch über die Region hinaus das Schwyzerische Turnschaffen bekannt machen.
Die Delegiertenversammlung 1961 in Buttikon beschloss dann künftig jährlich vier Nummern, gespickt mit Inseraten, heraus zu geben. Drei Jahre später, nach erfolgreichem Wirken, wurde dann eine neue Ära eingeläutet. Mit dem Reichenburger Josef Reumer erhielt das Mitteilungsblatt einige interessante Neuerungen und auch etwas Mehrumfang. Die schriftstellerische Güte der einzelnen Artikel konnte damit trotz allem erhalten bleiben.

Nach wiederum 12 Jahren perfekter Arbeit wurde die Redaktionskommission neu auf sieben Mitglieder erweitert. Damit änderte sich das Erscheinungsbild erneut und markant.
An der Spitze der Redaktion folgten permanent weitere Wechsel, die Titelseite wurde dem entsprechend wiederum neu gestaltet, die Schriften im Innern auch deutlich verbessert, untermalt mit vielen Fotos der gesamten Turnpalette.

Mit der letztgestalteten Nummer anfangs 1990 hinterliess Paul Sahli, nach hervorragend geleisteter Arbeit, ein schweres Erbe. Nach einer nicht ganz geglückten Übergangslösung von zwei Jahren wurde die Zeitschrift quasi über Nacht revolutioniert und mit dem damaligen Kassier Heinz Hodel (einem Gutenberg-Profi), die nötigen Arbeiten sofort aufgenommen.

Mit der ersten Nummer 1993, die in allen Teilen hervorragend gelang, wurde der Weg aufgezeigt, in welche Richtung man zu gehen gedenkt. Das Blatt ist heute mit jährlich sechs Ausgaben absolut nicht mehr weg zu denken und weit über die Region hinaus ein hervorragender Gradmesser der Schwyzerischen Turnschaft.

Unser Gesamtverband

Bereits seit 1985 und mit dem Zusammenschluss Eidgenössischer Turnverein (ETV) mit dem Schweizerischen Frauenturnverband (SFTV) zum heutigen Schweizerischen Turnverband (STV), schwirrten auch in der Region Zentralschweiz Fusionsgedanken umher. Eine übergeordnete sogenannte Planungskommission (PLAKO) der Verbände Uri, Schwyz und Zug sowie des ZTV und ZFTV führte zu keinen konkreten Ergebnissen, daher wurde diese Kommission im März 1991 wieder aufgelöst. Es musste also selber an dieser Möglichkeit gearbeitet werden.

Da die Zusammenarbeit zwischen dem SKTV und dem SKFTV bisher sehr intensiv und erst noch gut war, wurde der Druck auf eine mögliche Eigenständigkeit permanent grösser. 1987 befassten sich die beiden Vorstände dann intensiver mit der Möglichkeit einer Fusion.
Anlässlich der Delegiertenversammlungen der Verbände SKTV und SKFTV 1989 konnten dann erste Voraussetzungen einer Fusion vorgetragen werden. Es folgte anschliessend die Wahl einer Fusionskommission (FUKO) und bis Ende 1990 mussten die neuen Statuten, Reglemente, Berichte, Verträge usw. erarbeitet und ausgeschaffen werden.

An beiden DV's 1990 stimmten erwartungsgemäss die Delegierten der Gründung eines Gesamtverbandes zu, und ein Jahr später, am 14. Dezember 1991 war es dann endlich so weit. Den beiden letzten separaten Morgen - Delegiertenversammlungen folgte am Nachmittag die offizielle Gründungsversammlung des neuen Gesamtverbandes in Einsiedeln. Die anwesenden 235 Turnerinnen und Turner, zusammen mit 104 Gästen, erlebten eine intensive und diskussionsreiche Versammlung, in der der neue Name STV, SKTV oder gar KSTV teilweise hohe Wellen warf. Das Abstimmungsergebnis fiel dann auch sehr knapp aus, 76 Stimmen waren neu für STV und 79 Stimmen neu für KSTV, also Kantonal – Schwyzer – Turnverband. Und bis heute ist die Schwyzer Turnschaft mit Letzterem gar nicht so schlecht gefahren. Der neue Verband zählt heute 53 Vereine und Riegen, und erster Präsident des neuen Verbandes durfte der Freienbacher Reto Stäger werden.